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Name:2015/1101/KT  
Art:Antrag  
Datum:24.06.2015  
Betreff:Antrag der Kreistagsfraktion GRÜNE
Förderung des Projektes „Mama lernt Deutsch“ und Sachstand Handlungsfeld „Bildung und Sprachförderung“
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Beschlusstext

 

Der Kreisausschuss wird beauftragt, die Finanzierung des Projektes „Mama lernt Deutsch“ an der Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach zu sichern und damit die Voraussetzungen zu schaffen, dass das Projekt weiterhin stattfinden kann.

 

Weiterhin wird der Kreisausschuss gebeten zu prüfen, ob Bedarf für eine Ausweitung des Projektes unter dem Titel „Mama lernt Deutsch – Papa auch!“ besteht.

 

Weiterhin wird der Kreisausschuss gebeten zu prüfen, ob der Bedarf für weitere Projekte auch in anderen Gemeinden besteht.

 

Der Kreisausschuss wird zudem gebeten, sowohl über das Projekt in Steinbach, als auch das Ergebnis der Prüfung der Übertragbarkeit auf andere Orte in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Integration zu berichten.

 

Bestandteil des Berichts soll ebenfalls ein aktueller Umsetzungssachstand der Ziele bis 2018 bezüglich der im Leitbild und Handlungskonzept „Leben in Vielfalt im Hochtaunuskreis“ genannten Handlungsfeldes „Bildung und Sprachförderung“ sein.

 


Begründung

 

Der Hochtaunuskreis ist sich seiner Rolle und Verantwortung im Bereich der Integration bewusst. So wurde das Thema Integration bereits 2009 als Schwerpunkt des Ausschusses für Jugend und Soziales verankert, indem auf Antrag der GRÜNEN Kreistagsfraktion der Name des Ausschusses durch den Begriff „Integration“ erweitert wurde.

 

Zudem erarbeitete der Hochtaunuskreis unter Beteiligung vieler Akteure das Leitbild und Handlungskonzept „Leben in Vielfalt im Hochtaunuskreis“.

 

Eines der vier Handlungsfelder ist das Handlungsfeld Bildung und Sprachförderung. Hier bekennt sich der Hochtaunuskreis zum Konzept des lebenslangen Lernens und stellt fest: „Einwohnerinnen und Einwohner, die bislang wenig Zugang zu den Bildungsinstitutionen hatten, benötigen gute Beratung und ggf. Förderung, um die von ihnen angestrebten Bildungsziele erreichen zu können. Es gilt, die vielfältigen Hemmnisse, die Menschen daran hintern gemäß ihrer Fähigkeiten zu lernen, abzubauen.“ (Leitbildung und Handlungskonzept „Leben und Vielfalt im Hochtaunuskreis“, S. 10).

 

Dort heißt es weiter: „Ein besonderes Augenmerk liegt in der Integrationsarbeit auf der Sprachförderung.“ (Konzept S. 10)

 

Als Ziel wird dort bis 2018 genannt, dass Angebote der Sprachförderung je nach unterschiedlichen Bedürfnissen der Zielgruppe ausdifferenziert sind. Ebenfalls als Ziel soll bis 2018 erreicht werden, dass Sprachkurse angeboten werden und zwar mit sozialpädagogischer Betreuung.

 

Solche Angebote werden bisher selten, bis gar nicht, angeboten. Erfolgreiche Modelle der Sprachförderung sind die unter dem Namen „Mama lernt Deutsch“ bekannte Kurse. Der Bedarf ist groß und richtet sich genau an die Zielgruppe, die im Leitbild explizit benannt ist.

 

Beispielsweise ist der Kurs an der Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach gut besucht und erfolgreich und damit ein ganz wichtiger Baustein für eine gelungene Integration.

 

Das Kursangebot wird von der VHS, der Schule und Kirchen gestemmt. Der Hochtaunuskreis leistet einen Zuschuss von 2.500 Euro für das laufende Jahr.

 

Allerdings heißt es in dem Bericht der Taunus-Zeitung vom 28.03.2015, dass der Kurs nach den Sommerferien weitergeführt werden soll, „wie und mit wie vielen Plätzen, das steht in den Sternen.“

 

In diesem Bericht wird die Beigeordnete Katrin Hechler (SPD) zitiert: „Der Kreis allein kann keinen Sprachkurs finanzieren. (…) Obwohl alle über Integration redeten, gebe es für solche Kurse kein Budget.“

 

Der Hochtaunuskreis hat sich selbst verpflichtet, insbesondere die Sprachförderung auszubauen und dies explizit als Handlungsziel aufgenommen. Insofern ist es absolut notwendig, dass der Kreis mit den unterschiedlichen Akteuren dieses Angebotes ein bedarfsdeckendes Angebot sicherstellt. Zudem ist eine Ausweitung der erfolgreichen Projektform auf andere Orte als Unterstützung der Integrationsarbeit, die momentan vor allen Dingen von den Kommunen geleistet wird, unabdingbar um die selbst gesetzten Ziele im Handlungskonzept bis 2018 zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

gez. Christina Herr

Parlamentarische Geschäftsführerin BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN